Schiedsverfahren beim Schiedsgerichtsrat für Bauunternehmen

Bauverträge in den Niederlanden enthalten oft eine Forumwahl für den Schiedsgerichtsrat für Bauunternehmen in den Niederlanden ("Raad van Arbitrage voor de Bouw"). Dies ist eine hoch spezialisierte Schiedsverfahrensinstitution, speziell eingerichtet um zu urteilen über alle Arten von Bausachen (einschließlich der Aufnahme und Feststellung der Beschaffenheit und/oder des Zustandes des Arbeitgeländes, der Arbeit selbst, irgendeines Teils der Arbeit oder von Hilfsarbeiten; Schadensersätze; Ergänzung oder Änderung der Rechtsbeziehung von Parteien; usw.).

Die Regeln für das Schiedsverfahren beim Schiedsgerichtsrat können auf der Website des Schiedsgerichtsrats gefunden werden.

Einer der Vorteile des Schiedsverfahrens beim Schiedsgerichtsrat ist, dass die Parteien die Schiedsrichter wählen können. Schiedsrichter die beim Schiedsgerichtsrat angeschlossen sind, sind nicht nur Anwälte, aber auch Fachleute aus der Bauindustrie, zum Beispiel (Diplom-)Ingenieuren oder Architekten. Dadurch wird sichergestellt, dass Praktiker mit besonderen Fachkenntnissen (einschließlich technischer Kenntnisse) das Verfahren behandeln.

Wenn die Parteien sich nicht einigen über die Wahl der Schiedsrichter, wird der Vorsitzende des Schiedsgerichtsrats entscheiden welche Schiedsrichter die Sache behandeln werden.

In der Regel wird eine Sache von drei Schiedsrichter behandelt werden. Allerdings wird eine Sache mit einem finanziellen Interesse von 50.000 Euro oder weniger, und Fragen, die ausschließlich über die Zahlung einer Summe Geldes gehen, von einem einzigen Schiedsrichter behandelt. Der Vorsitzende des Schiedsgerichtsrates kann außerdem in besonderen Fallen entscheiden, dass eine bestimmte Angelegenheit dennoch von drei Schiedsrichtern überprüft werden muss. Auch können die Parteien vereinbaren dass in allen Fällen drei Schiedsrichter auftreten müssen.

Verfahren

Bitte beachten Sie, dass alle Dokumente die beim Schiedsgerichtsrat eingereicht werden in niederländischer Sprache verfasst werden. Obwohl dies nicht vorgeschrieben ist, wird dringend empfohlen sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen, der Erfahrung hat mit dem Verfahren beim Schiedsgerichtsrat.

Das Verfahren wird eingeleitet durch Einreichung einer Forderung beim Schiedsgerichtsrat. Die Gegenpartei wird dann vom Schiedsgerichtsrat informiert werden dass ein Anspruch erhoben worden ist, und wird aufgefordert eine schriftliche Antwort einzureichen. Die Parteien haben dann auch die Möglichkeit, einen oder mehrere Schiedsrichter zu wählen. Diese Wahl muss gemacht worden bevor die Antwort eingereicht wurde.

Die Gegenpartei kann eine Widerklage gegen die Kläger einreichen; diese Widerklage sollte spätestens zusammen mit der Antwort eingereicht werden. Nach der Einreichung der Antwort kann der Kläger wieder auf die Antwort reagieren. Schließlich kann die gegnerische Partei wieder reagieren auf diese Reaktion. Nach dem Austausch von schriftlichen Gesichtspunkten wird der Schiedsgerichtsrat einen Termin planen, wo die Parteien die Gelegenheit haben zur weiteren Darlegung ihrer Sicht. Nach dem Termin wird der Schiedsgerichtsrat in der Regel ein Urteil schreiben. Die normale Länge des Verfahrens beim Schiedsgerichtsrat ist etwa sechs bis zwölf Monate. In dringenden Fällen ist selbstverständlich ein Eilverfahren möglich.

Eine Entscheidung darf erst nach Erhalt eines Exequaturs vom Amtsgericht exekutiert werden. Dies ist aber ein schnelles und einfaches Verfahren, das – im Allgemeinen – nur wenige Wochen dauert.

Weitere Auskünfte

Wir haben viel Erfahrung mit dem Verfahren beim Schiedsgerichtsrat für Bauunternehmen und wir unterstützen Sie gerne in einem Verfahren beim Schiedsgerichtsrat. Falls Sie weitere Informationen benötigen, zögern Sie dann bitte nicht, sich mit unserem Ansprechpartner in Verbindung zu setzen.

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